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21 Sep' 15

O’zapft is!

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Zwei Schläge hat Münchens Oberbürgermeister Reiter gebraucht und dann hieß es am Samstag endlich wieder „O’zapft is!“. Um die 6,5 Mo. Menschen werden in den nächsten 16 Tagen wieder das größte Volksfest der Welt besuchen. 26.000 Schweine, so viel wie eine Kleinstadt Einwohner hat, werden traditionell verzehrt. Als Beilage isst man eine halbe Million Hühner, 7,4 Millionen Brezeln oder 70.000 Schweinshaxn. 112 Ochsen müssen dran glauben und werden mit Genuss verspeist. Dazu werden 6,5 Mio. Maß Bier zum Mindestpreis von 10,10 € vernichtet. Hotels sind zur Wiesnzeit entweder ausgebucht oder freie Restzimmer horrend teuer. Im Schnitt werden jährlich 300 Mio.€ für Übernachtungen ausgegeben, 450 Mio.€ auf dem Oktoberfest, 205 Mio.€ für Verpflegung, Einkäufe usw.
Sie sehen – die Wiesn ist ein Wirtschaftsfaktor.

Und nicht nur München lebt von der Wiesn. Deutschlandweit werden im September Oktoberfeste gefeiert – aber auch in aller Herren Länder: Rund 2000 gibt es international, die größten finden im brasilianischen Blumenau, im kanadischen Kitchener-Waterloo und der chinesischen Hafenstadt Qingdao statt – mit jeweils bis zu einer Million Besuchern. Am meisten Oktoberfeste gibt es in den USA, dort wird in allen Bundesstaaten die Wiesn zelebriert. Der Exportschlager zeigt sich auch beim Bier: Nur jede fünfte speziell für das Oktoberfest gebraute Maß wird in München getrunken, der Rest wird exportiert.

Die Modebranche erlebt nach dem Sommerschlussverkauf einen Boom, da die offizielle Wiesnuniform – das Dirndl und die Lederhosn – im August und September zum Verkaufsschlager werden. Die ARD zeigte gestern Abend passend zum Wiesnstart einen Münchner Tatort. Die Supermärkte sind voll mit Spezialitäten und entsprechenden Bieren.
Das Oktoberfest hat uns voll im Griff.

Und noch ein paar kuriose Fakten. Wussten Sie, dass …

… bis 1880 kein Alkohol ausgeschenkt werden durfte, da das Oktoberfest als Sportveranstaltung galt?

… Paris Hilton Oktoberfestverbot hat?

… Albert Einstein mit 17 Jahren in der Firma seines Vaters beim Aufbau des Schottenhaml-Zelts geholfen hat?

… um die 4.000 verlorenen Gegenstände jährlich im Fundbüro landen? Ausweise, Geldbörsen, Schlüssel, Handys, Brillen. Kurios: Eintrittskarten für ein Bayernspiel, Eheringe, eine Katzentransportbox und ein Schlagzeug-Beckenset. Nicht gefunden, aber als verloren gemeldet, wurde ein Bundesverdienstkreuz 2. Klasse.

… „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ mit dem obligatorischen „Oans, zwoa – Gsuffa!“ gar kein urbayerisches Lied ist, sondern um 1900 vom einem Chemnitzer Komponisten geschrieben wurde?

… dass der schlechteste Anzapfer unter Münchens Oberbürgermeistern Thomas Wimmer mit 19 Schlägen war?

… die Polizei durchschnittlich 2.000 Einsätze verzeichnet, ein BRK-Helfer in einer Schicht als Spitzenreiter ganze 22 Kilometer zurückgelegt hat und die erste Bierleiche 80 Minuten nach Bieranstich aufgegabelt wurde?

In diesem Sinne – O’zapft is‘! Auf eine friedliche Wiesn!

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